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Am 10. August hat der IJ4EU-Fonds einen neuen Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen für sein Investigation Support Scheme lanciert. Rund 400.000 Euro stehen für transnationale und investigative Journalismusprojekte in der EU und EU-Beitrittskandidaten zur Verfügung.

Mit dem Investigative Support werden Projekte mit einer Fördersumme zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro unterstützt. Bewerben können sich sowohl ganz neue Investigativprojekte, als auch bereits existierende, die neue Recherchen verwirklichen wollen. Die Bewerbungsfrist endet am 18. Juni. Alle Informationen  und FAQ (englisch)

Investigative Journalismus for Europe (IJ4EU) widmet sich der Förderung qualitativ hochwertigem Investigativjournalismus in einer für den Journalismus und die Medien schwierigen Zeit.

Sein Ziel ist es, ein Ökosystem zu etablieren, in dem Journalisten unabhängig in einem unterstützenden Umfeld arbeiten können, mit Zugang zu Ausbildung, Experten, Vernetzungsmöglichkeiten und praktischer Hilfe – sowie Geld.

Die Teams sind eingeladen, Vorschläge für grenzüberschreitenden Journaslismus zu allen Themen des öffentlichen Interesses einzureichen, einschließlich (aber nicht beschränkt auf) Korruption, unrechtmäßige Bereicherung und Wirtschaftskriminalität, Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte, Umwelt und Klimawandel sowie Gesundheit (darunter Covid-19).

Vergangene Projekte aus dem Pilotjahr 2018 der IJ4EU

Die Antragsteller werden ersucht, sich vor der Einreichung mit den Förderkriterien (Eligibility Criteria) vertraut zu machen. Die Mitglieder der sich bewerbenden Teams müssen aus mindestens zwei EU-Ländern bzw. zumindest einem Mitgliedsland und einem Beitrittskandidaten stammen. Journalisten aus Großbritannien werden für die diesjährige Ausschreibung ebenfalls akzeptiert. Die Teams können aus freien und angestellten Journalisten und/oder Medienunternehmen in beliebiger Kombination zusammengesetzt sein.

Projekte aus sämtlichen Mediengattungen (Print, TV, Radio, Online) sind zulässig. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass Teams ihre Recherche von Medienunternehmen in mindestens zwei Ländern publizieren lassen.

Im Gegensatz zu anderen Zuschüssen, kann der IJ4EU-Förderbetrag Gehalts- und Personalkosten sowohl für angestellte als auch für freiberufliche Journalisten decken, ebenso wie alle anderen Kosten, die im Rahmen der Produktion der journalistischen Inhalte entstehen, von Recherche- und Reisekosten bis hin zu Übersetzungs- und Verwaltungskosten.

Eine unabhängige Jury unter der Leitung von Wolfgang Krach, dem Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, wird Anfang Oktober die erfolgreichen Projekte auswählen. Krach war federführend an der Publikation der Panama Papers und der Paradise Papers beteiligt.

Dieselbe Jury vergab fast 460.000 Euro an 11 Investigativprojekte nach der ersten Ausschreibung, die im Juni beendet wurde. Die Themen reichten von Einflussnahme und Überwachungsstaat über Menschenrechtsverletzungen und Umwelt bis hin zum Aufstieg rechtsextremer Netzwerke.

Die Teams sind eingeladen, sich über unsere sichere Online-Plattform zu bewerben. Diejenigen, die in der ersten Runde nicht erfolgreich waren, können ihre Bewerbungen überarbeiten und sich erneut bewerben.

In der Zwischenzeit nimmt das Förderausschreiben Publication Support der IJ4EU immer noch Anträge auf Fördermittel von bis zu 10.000 Euro für grenzüberschreitende Berichterstattung entgegen, die bereits im Gange sind und einen letzten Schub benötigen, um über die Ziellinie zu kommen. Die Frist für dieses Programm läuft ebenfalls bis zum 18. September.

Über IJ4EU

IJ4EU ist eine Initiative dreier Organisationen: International Press Institute (IPI), European Journalism Centre (EJC) und European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF).

Das IPI leitet das Gesamtprojekt und verwaltet den Investigation Support. Das EJC zeichnet sich für den Publication Support verantwortlich. Das ECPMF wird bald einen neuen Preis für transnationalen Investigativjournalismus ankündigen.

Das IJ4EU-Programm wird von der EU-Kommission, von der Stiftung Fritt Ord und von der Open Society Foundations finanziert. IJ4EU ist in der Projektauswahl komplett unabhängig von den Geldgebern und garantiert die redaktionelle Unabhängigkeit aller unterstützten Projekte.

Offene Fragen

Mehr Informationen stehen auf der IJ4EU Website und der FAQ-Seite zum Bewerbungsverfahren. Sollten Sie dort keine Antwort finden, können Sie uns auch gerne direkt kontaktieren.

Kontakt

Für allgemeine Anfragen zum IJ4EU – Programm oder Fragen zum Investigation Support, wenden Sie sich an Timothy Large (tlarge@ipi.media)

Wenn Sie Fragen zum Publication Support haben, wenden Sie sich an Zlatina Siderova (siderova@ejc.net)

Aus dem Englischen von Julia Rieser übersetzt